Aus der Vereinsgeschichte

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Deutschland eine Vielzahl von Wandergruppen. Auch in Geseke gab es solche Wandergruppen die zum Teil von Mandolinen und Gitarren musikalisch begleitet wurden. Dieses waren die Zupfmusikgruppen „Edelweiß" und „Waldfrieden".

 

Durch die Initiative von Heinrich Kühnast wurde im Jahre 1930 aus diesen Gruppen das Mandolinen-Orchester „Waldfrieden" gegründet. Es fanden sich Heinrich Kühnast, Bernhard Wieland, Alois Henneböhle, Karl Gardelegen, Bernhard Rohde, Paul Schlüter, Ernst Lemke, Walter Lemke, Franz Lipsmeier, Franz Schuster, Konrad Sauer, Franz Köllner, Otto Reimer, Paul Müller, Hoffmann und Schniedermeier zusammen, um etwas Neues in Sachen Zupfmusik zu beginnen.

In diesen Gruppen reifte der Gedanke mehr als nur Wanderlieder zu spielen. Man wollte die Zupfmusik, die damals mehr als Haus- und Wandermusik galt, innerhalb eines Orchesters pflegen um sie so der Öffentlichkeit vorzustellen.

Heinrich Kühnast, ein Musikgebildeter und erfahrener Mann in der Zupfmusik, erläuterte die Möglichkeiten und Aufgaben eines Orchesters. Es sollte ein Orchester sein, in dem die einst so beliebten Wanderlieder wie "Das Wandern ist des Müller's Lust" oder "Horch was kommt von draußen rein", ebenso gespielt werden sollten wie Originalwerke für Zupforchester. Heinrich Kühnast wurde dann auch die Leitung des Orchesters übertragen.

Die erste Generalversammlung nach der Gründung fand am 28. Mai 1932 statt.

Dass die Anfänge besonders schwer waren, ist dem Protokoll dieser Generalversammlung über den Tagesordnungspunkt" Übungsabende" zu entnehmen. Da heißt es: "Für Mitglieder, die keine Notenkenntnisse besitzen, sich aber weiterbilden wollen, sind Übungsabende auf Dienstag und Freitag festgelegt". Hieran lässt sich erkennen, dass das Orchester damals vornehmlich eine Laienspielschar war, welche die "Musik nach Gehör" wohl beherrschte, die "Musik nach Noten" aber weniger. In dieser Generalversammlung wurde Heinrich Kühnast wieder als Leiter und als 1. Vorsitzender gewählt; als Schriftführer und Kassierer Paul Schlüter.

Das Eintrittsgeld und der monatliche Beitrag wurden auf 15 Pfg. festgesetzt. Als Vereinslokal wählte man die Gaststätte Josef Engels, Elfruthen. Mit den Räumen dieser Gaststätte ist, ebenso wie mit den nachfolgenden Inhabern Anton Bertelsmeier und Willi Bürger, ein Stück Geschichte des Mandolinen-Orchesters Geseke verbunden; denn mehr als 25 Jahre hat das Mandolinen-Orchester in den Räumen dieses Hauses geprobt und gearbeitet. Durch stetig steigende Mitgliederzahlen war es später nicht mehr möglich, in den doch etwas beengten Räumen dieser Gaststätte die Orchesterarbeit weiterzuführen, und ein Ausweichen in größere Räumlichkeiten wurde unumgänglich. Im Herbst 1932 wurde, zusammen mit dem Mandolinen-Orchester Lippstadt, erstmals ein öffentliches Konzert aufgeführt. Die aktive Mitgliederzahl betrug 12 Personen.

Infolge des Zeitgeschehens von 1933 ist aus dieser Zeit wenig vom Orchester zu berichten. In einer Versammlung im September 1933 wurde Bernhard Wieland zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Die Beiträge setzte man von 15 Pfg. auf 10 Pfg. herab, was die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse dieser Zeit deutlich zum Ausdruck bringt.

In den folgenden Jahren, bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges, pflegte man Kameradschaft und Orchesterarbeit, musizierte, unternahm Wanderungen und Ausflüge, gestaltete Sommerfeste mit Vogelschießen und dergleichen. Bei Veranstaltungen anderer Vereine schuf das Mandolinen-Orchester oftmals den musikalischen Rahmen. Die Zahl der Mitglieder war inzwischen auf 44 Personen angestiegen.

Die Wirren des Krieges mögen Schuld daran sein, dass das Mandolinen-Orchester in dieser Zeit kaum mehr in Erscheinung trat. Das Vereinsleben kam aber nicht ganz zum Erliegen; denn Heinrich Kühnast, das sei hier ausdrücklich erwähnt, bildete weiter Mandolinen- und Gitarrenspieler aus und pflegte in kleinem Kreis und besonders in seiner Familie die Zupfmusik.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches begann Heinrich Kühnast mit dem Wiederaufbau des Orchesters. Von den 16 Spielern, die den Verein gegründet hatten, waren noch Heinrich Kühnast, Ernst Lemke und Konrad Sauer verblieben. Aber schon 1946 konnten weitere acht Mitglieder eingeschrieben werden.

Im Jahre 1951 fand die erste Generalversammlung nach dem Kriege statt, in der wieder ein ordentlicher Vorstand gewählt wurde. Den Vorsitz übernahm Ernst Lemke, Heinrich Kühnast die Spielleitung. Die Kassengeschäfte führte Konrad Sauer. 1952 wurde das erste öffentliche Konzert nach dem Kriege aufgeführt. In gebührender Weise feierte das Orchester 1955 sein 25jähriges Bestehen. Am Vormittag des 2. Weihnachtstages fand im Casino der Gaststätte Linneweber, Kleiner Hellweg, eine Jubiläumsfeier statt. Abends wurde im ausverkauften Saale Linneweber ein Festkonzert unter Mitwirkung des Männergesangvereins "Sängertreu" Geseke aufgeführt. Dadurch, dass besonders die Jugend immer mehr Interesse an der Zupfmusik zeigte und Dank unermüdlicher Schaffenskraft von Heinrich Kühnast, bildete sich mittlerweile das größte Jugendzupforchester Westfalens. In Anerkennung seiner jugendpflegerischen Arbeit wurde das Mandolinen-Orchester Geseke 1956 in den Stadtjugendring aufgenommen. Im gleichen Jahr fand das Orchester Aufnahme im Bund Deutscher Zupfmusiker.

1960 feierte man das 30jährige Bestehen des Vereins. Anlässlich dieses Festes wurden Heinrich Kühnast, Ernst Lemke und Konrad Sauer für ihre Verdienste um die Deutsche Zupfmusik vom Bund Deutscher Zupfmusiker mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Zu dem ansprechenden Festkonzert, welches am 26.Dezember zu Gehör kam, konnte der bekannte Zithervirtuose Walter Jellinghaus aus Dortmund verpflichtet werden. Im gleichen Jahr bestehen Heinrich Kühnast und der erst 20jährige Hans Simper vor den Gremien des Bundes Deutscher Zupfmusiker ihre Dirigentenprüfung mit Erfolg.

Als trauriges Ereignis im Jahre 1960 ist der plötzliche Tod der Gattin des Spielleiters, Frau Karoline Kühnast, zu verzeichnen. Sie, die alle Höhen und Tiefen des Orchesters miterlebte, an der Gestaltung vieler Dinge großen Anteil hatte und für alle Spieler und Schüler stets ein offenes Ohr zeigte, wurde allzu früh aus der Mitte des Geschehens genommen.

Im August 1963 verstarb der Mitbegründer und langjährige Kassierer Konrad Sauer, Dieser Mann, dem das Wohlergehen des Vereins eine echte Aufgabe war, hinterließ wiederum eine Lücke in den Reihen des Orchesters.

Als einen Höhepunkt der 60er Jahre ist die Mitwirkung des Mandolinen-Orchester bei einer musikalischen Veranstaltung in der Rudolf-Oetker-Halle in Bielefeld im Jahre 1962 verzeichnet. Für alle Mitwirkenden war diese Veranstaltung ein großes Erlebnis.

 

Abb. Ehrung von langjährigen Mitgliedern

 

Zum Herbstkonzert im Jahre 1965 konnte zum ersten Mal der in Zupfmusikerkreisen bekannte Willi Althoff aus Dortmund in Geseke begrüßt werden. Auf dem Konzertprogramm standen u. a. auch einige Kompositionen von ihm. Dieses Herbstkonzert lässt Heinrich Kühnast, der bislang die gesamte Spielleitung führte, zum Teil von seinem Schüler, dem jungen Hans Simper, dirigieren. Hiermit wurde Hans Simper zum ersten Mal der Öffentlichkeit als zukünftiger Spielleiter vorgestellt. Zu Beginn des Jahres 1967 übergab Heinrich Kühnast dann die gesamte Stabführung an Hans Simper. Mit seinem ersten Konzert "Heitere Musik zum Wochenend" ernteten er und seine Musikanten großen Beifall.

Heinrich Kühnast aber stand dem Orchester weiter mit Rat und Tat zur Seite. Insbesondere widmete er sich der Ausbildung neuer Zupfmusiker. Das Orchester war mittlerweile auf rund 100 Mitglieder angewachsen und das größte seiner Art im Bundesgebiet. In ehrenvoller Anerkennung um die Verdienste der deutschen Zupfmusik wird Heinrich Kühnast vom Bund Deutscher Zupfmusiker die Goldene Ehrennadel verliehen. Sein Sohn Heinz erhält für 30 Jahre Treue zur Zupfmusik die Silberne Ehrennadel.

Abb.: 70'er Jahre

Im Hinblick auf das 40-jährige Bestehen waren die Jahre 1969/1970 besonders arbeitsreich. Zur Jubiläumsfeier zum 40-jährigen « am 3. Oktober 1970 hatte das Mandolinen-Orchester alle ehemaligen Mitglieder in das "Feldschlösschen" geladen. Neben Freunden und Gratulanten waren erstaunlich viele »Ehemalige« dieser Einladung gefolgt - und nach der Aufforderung durch Heinrich Kühnast: "Bitte mal aufzeigen, wer bei mir gelernt hat", mussten wohl dreiviertel der über zweihundert Besucher den Arm erheben. Eine besondere Freude für Heinrich Kühnast, so viele seiner früheren Schüler wieder zusehen, und ein Beweis dafür, dass über Jahre hinaus noch eine Beziehung zur Zupfmusik bestehen bleibt. Die Akteure des Vereins hatten diesmal ihre Instrumente zu Hause gelassen und konnten sich an den vorzüglichen Darbietungen der Mandolinen-Konzert-Gesellschaft Herne erfreuen.

Solche Feiern sind natürlich immer Anlass, verdiente Aktivisten zu ehren, und so konnte der Dirigent der MAKOGE Herne, Kühn, als Vertreter des Bundes Deutscher Zupfmusiker, Heinrich Kühnast mit dem Ehrenblatt in Gold des BDZ auszeichnen. Ernst Lemke als Mitbegründer erhielt die Ehrennadel in Gold. Für 25 Jahre Vereinstreue wurden Hans Deymer, Artur Kühnast und Josefa Mattenklotz mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.

Als Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten fand am 31. Oktober ein Festkonzert statt. Die Besucher konnten die Uraufführung der Althoff-Komposition "Festliches Vorspiel", ein Geschenk des Komponisten an den Verein, miterleben. Selbstverständlich war auch Willi Althoff erschienen, um bei der Uraufführung seines Werkes dabei zu sein. Das Lob aus seinem Munde wie auch das von anderen Kritikern war für alle Mitwirkenden eine Bestätigung ihrer geleisteten Arbeit. Das Jubiläumsjahr war noch nicht vorüber, als die Arbeiten für einen gemeinsamen Volksliederabend mit dem damaligen Städtischen Frauenchor und dem Männerchor "Cäcilia" - Geseke begannen. Die Aufführung am 7. November 1971 wurde von den Zuhörern begeistert aufgenommen.

Heinrich Kühnast konnte noch in dem selben Jahr seinen 70. Geburtstag begehen. Trotz seines Alters ist er noch immer in der Ausbildung und im Orchester tätig.

Abb.: Heinrich Kühnast

In der Generalversammlung 1973 wurden neue Satzungen verabschiedet, die die alten aus den Jahren 1930 und 1946 ablösten.

Am Sonntag, dem 1. September 1973 erfreute das Mandolinen-Orchester zum 25. Male die Kurgäste von Bad Westernkotten mit beschwingten Melodien.

Beim Landesverbandsmusikfest in Lippstadt am 10. und 11. November 1973, an dem zwölf Orchester mit über 300 Spielern teilnahmen, konnte auch das Geseker Orchester sein Können unter Beweis stellen. Bisher einmalig in der Geschichte des Mandolinen-Orchesters ist ein Wiederholungskonzert. Für das Konzert am 30. März 1974 mit der Akkordeon-Solistin Ilse Bresing aus Essen waren schon Tage vorher alle Karten verkauft und es bestand weiter rege Nachfrage, so dass sich der Vorstand im Einvernehmen mit der Solistin entschloss, am 31. März 1974 ein zweites Konzert aufzuführen. Tiefe Trauer löste der Tod Heinrich Kühnast aus, der am 29. September 1974 nach längerer Krankheit verstarb.

Das Mandolinen-Orchester Geseke verlor seinen Gründer und Ehrendirigenten, die Zupfmusik einen Förderer und unermüdlichen Idealisten, die Jugend ein leuchtendes Vorbild. Anfang 1975 wurde dem Mandolinen-Orchester von der Stadt Geseke ein Raum in der ehemaligen Sonderschule zur Verfügung gestellt. Bis dahin war man immer auf Gaststätten, Räume anderer Vereine, Schulklassen und Privatwohnungen angewiesen. Mit großem Eifer der Orchestermitglieder wurde der Raum zu einem zweckmäßigen Schulungs- und Übungsraum hergerichtet.

Durch einen tragischen Verkehrsunfall am 1. Februar 1976 fand der Mitbegründer, langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Ernst Lemke einen jähen Tod.

Ernst Lemke war bis zu seinem Tode aktiv im Orchester tätig. Er war bei allen Mitspielern auf Grund seiner Erfahrung und seiner frohen und natürlichen Lebensart überaus beliebt.

Abb.: Ernst Lemke

Für seine 40jährige Zugehörigkeit zum Mandolinen-Orchester wurde 1976 Heinz Kühnast geehrt, Als Sohn des Gründers und langjähriger Vorsitzender des Vereins hat er den Aufbau und die Nachwuchsbildung entschieden mitgeprägt. Ein Jahr später erhielt Hans Deymer die Goldene Ehrennadel des BDZ. Renate Vohs, geb. Kühnast und Hans Simper konnten die Silberne Ehrennadel für 25 Jahre Zupfmusik überreicht werden.

Zur Übergabe der Urkunden der Städtefreundschaft Loos-Geseke am 20. Mai 1978 erfreute das Mandolinen-Orchester mit einem Konzert im „Jardin de Public" die Bürger von Loos. Bei der offiziellen Feierstunde konnte der 1. Vorsitzende Hans Fichtner vom Bürgermeister Avinée einen Wappenteller als Geschenk in Empfang nehmen.

Die Einladung der Stadt Geseke, bei diesem Anlass das kulturelle Leben der Stadt zu vertreten, empfanden die Spieler des Mandolinen-Orchesters als besondere Anerkennung. Durch die Unterbringung der Spieler bei den Bürgern von Loos entstand zwischen dem gemischten Chor Ensemble Choral „La Gaillarde" und dem Mandolinen-Orchester eine rege Freundschaft. Diese führte dazu, dass der Chor und das Orchester am 31. März 1979 in der Festaula des Gymnasiums in Geseke ein Gemeinschaftskonzert mit französischer und deutscher Folklore geben konnten. Zur Aufführung des gleichen Programms in Loos fuhr das Mandolinen-Orchester am 16. Juni 1979 nach Frankreich.

Ein Jahr später feierte das Mandolinen-Orchester am 20.09.1980 sein 50-jähriges Jubiläum in der alten Ratsschänke am Markt. Immer Rahmen dieser Feierstunde wurde Heinz Kühnast zum Ehrenvorsitzenden durch den Landesvorsitzenden des BDZ, Wilfried Wüst, ernannt. Am 4. Oktober 1980 folgte dann das Jubiläumskonzert.

 

Abb.:

Das Orchester 1980

50- jähriges Jubiläum

 

In der Jugendarbeit hatte sich in den letzten Jahren auch viel getan, sodass das Nachwuchsorchester im Februar 1981 sein erstes öffentliches Konzert in der Aula der Dietrich-Bonhöfer-Schule geben konnte. Am 26. November 1983 wurde unter der Dirigentschaft von Hans Jürgen Garn, welche 1982 die musikalische Leitung übernommen hatte, das Konzert "Lieder der Welt" aufgeführt und gleichzeitig der erste Tonträger erstellt. Im Sommer 1984 trat das Mandolinen-Orchester anlässlich der Landesgartenschau in Hamm auf, weitere Auftritt folgten im Westfalen- park und Fredenbaumpark in Dortmund. Auf Einladung des St. Hedwigswerkes umrahmte das Mandolinen-Orchester Heimatgedenkstunden in Bielefeld und Kassel.

Abb.: Westfalenpark Dortmund 1983

Im Januar 1985 gastierte das Mandolinen-Orchester zur „Prager Winter- Kultur und Festwoche" in Prag und Brünn. Noch im gleichen Jahr, am 07.12.1985, gab das Orchester unter der Leitung von Hans-Jürgen Garn unter dem Titel „Zupfmusik mal klassisch mal volkstümlich" in der Aula des Gymnasium - Geseke ein Konzert.

Ein außergewöhnlicher und unvergesslicher Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Reise nach Rom und Florenz im November 1986.

 

 

 

 

Abb.:

Auf dem Petersplatz in Rom

 

 

 

 

 

 

 

In diesem Zusammenhang hatte das Mandolinen-Orchester die Gelegenheit, eine Papst-Audienz von Johannes Paul dem II. musikalisch mit zu umrahmen. Dies war sicherlich ein einmaliges Erlebnis in der Vereinsgeschichte.

 

 

 

 

 

 

 

Abb.: Papstaudienz Rom 1986

 

 

 

 

Unter den immer noch währenden Eindrücken der Romfahrt lief das Jahr 1987 eher ruhiger ab. Im Juni 1987 gab das Mandolinen-Orchester zunächst ein Kurkonzert in Bad Neuenahr.

Gegen Ende des Jahres, am 13. Dezember, wurde das erste Konzert für den Krankenhausförderverein in der Stiftskirche in Geseke vom Mandolinen-Orchester gestaltet. In der Folgezeit gab es noch weitere Mitwirkungen bei Konzerten für den Förderverein.

In den Jahren 1988 und 1989 war man bereits schon mit den musikalischen und organisatorischen Vorbereitungen für das anstehende 60-jährige Bestehen beschäftigt. Nach intensiver Vorbereitung erfolgte dann am 14. Oktober 1990 der Festakt zum 60-jährigen Bestehen des Mandolinen-Orchesters, anschließend am 20. Oktober das Jubiläumsfestkonzert zusammen mit dem befreundeten Chor „LOOS-Canto" aus Frankreich.

 

 

 

Abb.:

60-jähriges Jubiläum

 

 

 

 

 

Das Jahr 1991 begann weniger erfreulich, am 27.03.1991 verstarb unserer Ehrenvorsitzender Heinz Kühnast. Damit verlor das Orchester eines seiner aktivsten Mitglieder. Unter dem Titel „Musikalische Europareise" erfolgte unter der Mitwirkung des Akkordeonorchesters „Philakkordia 88" am Samstag den 31.Oktober 1992 ein Konzert in der Aula des Gymnasiums Geseke.

Die Musiktreibenden Vereine der Stadt Geseke gründeten im Mai 1993 den Stadtmusikbund, dem auch das Mandolinen-Orchester beitrat.

Als größere musikalische Veranstaltung wurde zusammen mit dem Polizeichor Paderborn ein vorweihnachtliches Konzert 1993 in der Paderhalle gegeben.

Die Vorbereitungen für unser Festkonzert „FREUNDE-gemeinsam musikalisch durch die Welt" am 16. April 1994 wurden überschattet durch den Tod unseres langjährigen Ehrenmitgliedes Hans Deymer am 14. Januar. Im gleichen Jahr erschien „Das große Buch der Zupforchester" vom BDZ (Bund deutscher Zupfmusiker) in dem auch unser Orchester aufgeführt wird. Ein Jahr später erfolgte zu Gunsten der Haferflockenhilfe am Sonntag den 03.12.1995 das Konzert „Besinnliches Saitenspiel" in der Stiftskirche.

 

 

 

 

 

Abb.:

Das Mandolinen-Orchester 1995

 

 

 

 

 

Am 16. November 1996 gab das Mandolinen-Orchester wieder ein großes Konzert in der Aula des Gymnasiums Geseke unter dem Motto „Von Melodie zu Melodie".

Nach einem eher ruhigen Jahr 1997 mit überwiegend aufgeführten Kurkonzerten in Heilbädern im hiesigen Raum stand 1998 wieder ein Festkonzert in der Aula des Gymnasiums auf dem Programm.

Am 24. Oktober 1998 war es dann soweit. Unter dem Titel „Frischer Saitenwind" spielte das Mandolinen-Orchester vor heimischen Publikum.

Dieses Konzert wurde als Livemitschnitt aufgezeichnet. Somit wurde nach 15 Jahren wieder ein Tonträger erstellt. CD`s und Musikkassetten sind hiervon bei allen Mitgliedern des Mandolinen-Orchesters noch zu bekommen.

Am 16.10.1999 gab das Mandolinen-Orchester ein festliches Konzert unter der Mitwirkung des Chores LOOS-Canto in der Stiftskirche.

Musikalisch interessant war für alle aktiven Musiker die Teilnahme am Zupfertreffen Ostwestfalen-Lippe in der Norddeutschen Philharmonie in Herford im April 2000.

Am 14.10.2000 gab das Mandolinen-Orchester ein Festkonzert mit dem Titel „Konzertabend" anlässlich seines 70-jährigen Bestehens.

Im Mai 2001 besuchte das Orchester die Landesgartenschau in Oelde und präsentierte sein Können im Rahmen eines Konzertes. Erstmalig umrahmte das Orchester musikalische den Neujahrempfang der Stadt Geseke am 13.01.2002.

Durch die neue Bedarfsplanung der Stadt Geseke mit Vergrößerung des Jugendzentrums mussten wir unseren langjährigen alten Probenraum verlassen. In Eigenleistung wurde innerhalb von kurzer Zeit die neu zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten renoviert und eingerichtet, so dass im September 2003 unser Umzug in den neuen Probenraum im westlichen Flügel im „Haus der Jugend und Vereine" Auf dem Stift, erfolgen konnte. Wenig Zeit zum Ausruhen blieb allerdings nicht, denn nur einen Monat später gab das Mandolinen-Orchester zwei aufeinander folgende Kirchenkonzerte. Unter dem Titel „Besinnliche Momente" zunächst in der St. Antonius-Kirche in Steinhausen am 05.10.2003 und eine Woche später in der Stiftskirche St. Cyriakus in Geseke am 11.10.2003. Im Dezember klang das Jahr musikalisch aus durch Mitwirkung beim Weihnachtskonzert des Polizeichors-Paderborn am 07.12.2003 in der Paderhalle in Paderborn.

Im Jahre 2004 liefen bereits die ersten Planungen sowohl musikalischer als auch organisatorischer Art für das anstehende 75-jährige Jubiläum, so dass außer für die fast schon obligatorischen Kurkonzerte in der Umgebung von Geseke, kaum Zeit für andere Aktivitäten bestand. Am 19.09.2004 stellten sich die Gruppierungen im „Haus der Jugend und Vereine" mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vor. Hieran nahm auch das Mandolinen-Orchester teil.

Im Frühjahr 2005 wurden die Vorbereitungen für das 75-jährige Jubiläum nochmals intensiviert. Somit dürften dem Festakt am 23. Oktober und dem Festkonzert am 29. Oktober nichts mehr im Wege stehen.

Diese Chronik des Orchesters aus seinen Anfängen von 1930 bis zum heutigen 75jährigen Jubiläum 2005, soll ein Bild von seinem Wirken und Schaffen wiedergeben.

Mit seinem breit gestreuten musikalischen Programm, das Orchester hat mehr als 230 Notensätze in seinem Archiv, erfreut dieses die Mitbürger bei seinem traditionellen Wallrundgang am 1. Mai als auch mit seinen Ständchen im Krankenhaus und Seniorenheimen. Der Wallrundgang wurde aber schon vor Jahren mangels Zuhörer eingestellt. Ferner gehören auch die fast regelmäßigen Konzerte in unserer Stadt, Weihnachtskonzerte, Begleitung von Weihnachtsfeiern, auch außerhalb Gesekes (z. B. AWO Geseke/Büren/Salzkotten), Weihnachtsmarkt Soest, Begleitung beim Ausmarsch des Geseker Schnadganges und vielen anderen Gelegenheiten, zu den Aktivitäten des Orchesters.

Nicht zu vergessen sind die teilweise regelmäßigen Auftritte des Orchesters in den umliegenden Kurorten, bei Seniorennachmittagen in Geseke und den Ortsteilen sowie in den Seniorenheimen von Geseke und Bad Lippspringe um die Kurgäste bzw. die Bewohner der Seniorenheime mit ihrer Musik zu erfreuen.

Besonders erwähnenswert sind auch die Auftritte im Rahmen der Benefizkonzerte anlässlich des jährlich stattfindenden Silvesterlaufes Werl – Soest, dessen Erlös einer karitativen Einrichtung zu Gute kommt.

Ebenso gern gesehen ist das Mandolinen – Orchester Geseke zur Umrahmen von Festakten bei Jubiläen wie zuletzt beim 100jährigen Jubiläum des Deutschen Roten Kreuzes in Geseke (2004).

Neben den vielen Auftritten und Proben im Jahreskreis kommt auch die Geselligkeit im Verein nicht zu kurz. Ausflüge in alle möglichen Gegenden Deutschlands und benachbarte Ausland sowie andere Feiern sind fester Bestandteil des Vereinslebens und für alle Musikfreunde eine beliebte und willkommene Abwechslung.

Auch die Jugendarbeit wird im dem Verein mit besonderem Wert bedacht. Viele Kinder, Jugendliche und sogar Erwachsene wurden mit der Musik und den Instrumenten vertraut gemacht. Hierüber berichten wir in der Rubrik "Ausbildung und Nachwuchsorchester".

Rückblickend auf 75 Jahre Vereinsgeschichte kann, ohne überheblich zu Wirken, das Mandolinen – Orchester Geseke stolz sein, eine Bereicherung des kulturellen Lebens in und um Geseke zu sein, vielen Menschen Kenntnisse in der Musik und Instrumentenkunde vermittelt zu haben und den aktiven und passiven Mitgliedern, lange.... oder manchen auch nur kürzer, ein freundschaftliches und kameradschaftliches Miteinander in einem Verein geboten zu haben und auch weiterhin bieten wird.

Jeder Interessent ist bei uns Willkommen.

 

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