Jubiläumskonzert – Zartbesaitet und dennoch klangstark

Jubiläumskonzert – Zartbesaitet und dennoch klangstark

Zum 90. Geburtstag gab das Mandolinenorchester am 1.02.2020 im Festsaal des Gymnasiums Antonianum  ein Jubiläumskonzert.

Vor sehr gut gefülltem Festsaal brachte es einen Querschnitt aus seinem Repertoir zu Gehör.

 

Nachstehend ein Artikel aus der Geseker Zeitung (Der Patriot) vom 4.02.2020

 

Zartbesaitet und dennoch klangstark

Von Polka bis Filmmusik: Mandolinenorchester erntet zum

90. Geburtstag frenetischen Applaus

 

 Räumten mit Klischees auf: Das Mandolinenorchester Geseke erntete für seine gelungene Aufführung  zum 90. Geburtstag frenetischen Applaus und wurde erst nach zwei Zugaben entlassen.
FOTO: HEIER

 

Geseke  –  „Zupfmusik ist die Welt, aus der wir kommen“. So moderierte Josef Zinkernagel am Samstagabend das Jubiläumskonzert zum 90-jährigen Bestehen des Mandolinenorchesters Geseke an.
Was sich aus der Volks- und Wandermusik, die Mandolinen und Gitarren einst anstimmten, entwickelt hat, das bekam das Publikum in der Festhalle des Antonianums zu hören. Da wurde gleich aufgeräumt mit Klischees rund um die kleine Mandoline und sie aus ihrem Schattendasein geführt.
Es ist ein großartiges Spektrum, welches das Orchester mit seinen über 30 Aktiven dem Publikum am Samstag vor Augen führt. Das beginnt mit Orchester-Arrangements zu Johann Strauss und endet mit Filmmusik zu „Games of Thrones“. Die Zuhörer jedenfalls sind begeistert und applaudierten nach zwei Zugaben frenetisch.

 

Mit Querflöte und Saxophon

Dabei beginnt es mit einem 50 Jahre alten „Festlichen Vorspiel“ aus den Händen von Willi Althoff, zu dem bereits Hans Simper und Heinrich Kühnast das Geseker Ensemble dirigierten. Seit Jah-ren macht dies nun Martin Volmer, der auch am Samstag das Orchester mit einem liebevollen wie aufmerksamen Dirigat anführt. Und man kommt nicht umhin: Gleich umfangen einen fröhlich stimmende Klänge, die unweigerlich an die Ausgelassenheit südlicher Länder und das Dolce Vita erinnern, an Lebensfreude und Sonne. Dabei zählen ein gutes Drittel Gitarren und ein Kontrabass zum Ensemble. An diesem Abend wird es von den Solisten Antje Wieneke an der Querflöte und Robert Mattenklotz am Saxophon begleitet.
Es ist erstaunlich, welch facettenreiche Stimmungsbilder die Mandolinen transportieren, was auch an der hervorragenden stimmigen Stückauswahl liegt. Ob Volksmusik, klassische oder moderne Musik: Eigentlich passen sie überall hinein. Da ist die Zepperl-Polka, ein Wiener Modetanz zu Zeiten der Johann Strauss-Ära oder der „Valse Espagnole“, mit dem das Orchester den klassischen Part abdeckt. Danach geht der Blick Richtung Gegenwart. Es ist das „Plink Plank Plunk“, ein Pizzicato-Stück von 1957 aus der Feder von Leroy Anderson, das mit seiner beschwingten, in fröhlich stimmende Harmonien eingebetteten Melodie und Percussionseffekten mitreißt. In „Baker Street“ übernimmt Robert Mattenklotz mit locker improvisatorischem Ansatz die Melodieführung. Antje Wieneke verleiht mit ihrem souveränen Spiel und sanftem Klang der Querflöte Arrangements wie „You raise me up“ oder der Erkennungsmelodie des Auenlandes „Concerning Hobbits“ eine besondere, sehr berührende Emotionalität. Wie selbstbewusst und klangstark ein sonst so zart besaitetes Mandolinenorchester erklingen kann, wird in Karl Jenkins „Palladio“, eigentlich einem Concerto Grosso für Streicher, deutlich. Auch im Thema zu „The Games of Thrones“ beweisen die Mandolinen, dass sie ganz hervorragend hier hineinpassen. Es ist ihr einzigartiges Vermögen, ganz unterschiedliche Stimmungen schaffen zu können. Schon im Intro entführen sie die Zuhörer mit ihren zittrigen Klängen in die zauberhafte Welt der Fantasie. Es ist Leonard Cohens „Halleluja“, einer der meist gecoverten Pop-Songs überhaupt, mit dem das Orchester und die Solisten sich verabschieden und noch einmal zeigen, dass Zupfinstrumente zeitlose Klanggefährten sind.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

rio